Lhotse
Die Erstbesteigung gelang am 18. Mai 1956 einer Schweizer Expedition. Fritz Luchsinger und Ernst Reiss waren die Ersten der elfköpfigen Mannschaft, welche unter der Leitung von Albert Eggler den Gipfel erreichten. Die Expedition im Auftrag der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschung hatte ihr Basislager bereits am 7. April in 5.370 Meter Höhe auf dem Khumbu-Gletscher aufgeschlagen. Lager IV wurde am 1. Mai auf 6.800 Metern Höhe eingerichtet. Vom rund 1000 Meter höher gelegenen Lager VI aus gelang der erste sogenannte Gipfelsturm des Lhotse. Diese Lagerkette ausnutzend, erreichten zudem vier Expeditionsteilnehmer den Gipfel des benachbarten Mount Everest. Ernst Schmied und Jürg Marmet gelang damit am 23. Mai 1956 die Zweitbesteigung des höchsten Berges der Welt, tags darauf Hansruedi von Gunten und Dölf Reist die Drittbesteigung.
1977 erreichte Michael Dacher als erster Mensch ohne zusätzlichen Sauerstoff den Gipfel! Die Expedition wurde vom Neu-Ulmer Dr. Gerhard Schmatz geleitet.
Am 16. Oktober 1986 stand Reinhold Messner gemeinsam mit Hans Kammerlander auf dem Gipfel des Lhotse. Das Basislager wurde jedoch mit einem Helikopter angeflogen. Nur so konnte der Gipfel noch vor Wintereinbruch bereits 20 Tage nach dem des Makalu erreicht werden. Damit war Reinhold Messner der erste Mensch, der auf allen 14 Achttausendern stand.
Auch um die Erstdurchsteigung der Lhotse Südwand ranken sich etliche Legenden. Jerzy Kukuczka stürzte am 24. Oktober 1989 auf einer Höhe von 8200 m tödlich ab. 1989 scheiterte auch Reinhold Messner als Leiter einer internationalen Expedition an der Südwand des Berges. Am 24. April 1990 will Tomo Cesen eine Durchsteigung bis zum Gipfel geschafft haben, kann jedoch keine eindeutigen Beweise vorlegen. Allerdings gehen seinem Vorhaben jahrelange Vorbereitungen und Monate des Routen- und Wetterstudiums an der Wand voraus. Zudem fallen die Tage seines Aufstiegs, das Erreichen des Gipfels und der Abstieg über dieselbe Route nachweislich mit einer Vollmondphase zusammen, was entscheidend war, da Cesen durch Stein- und Eisschlag nur in der Nacht einigermaßen sicher und alleine klettern konnte. Eine russische Expedition war jedenfalls im selben Jahr belegbar erfolgreich, wenn auch nur unter Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff.