Zum Geleit: K2 – Berg der Berge
Im Norden befindet sich das rings umschlossene tibetische Hochland, im Süden der Indus- und Gangesabfall. An den beiden äußersten Enden sinkt dieses Bündel von Gebirgszügen mit einer Neigung gegen Süden ab und bildet im Osten die Burmanischen Berge, im Westen die Erhebungen von Belutschistan.
Auf dieser Seite, und zwar im äußersten Norden der eigentlichen Himalayakette, schiebt sich eine große Erdauffaltung herein, deren Kennzeichen Berge von außerordentlicher Höhe sind und die den Namen Karakorum trägt. Der Name stammt vom wichtigsten und bekanntesten Übergang der sie durchquert, dem Karakorumpass, und bedeutet im Türkischen wie im Mongolischen „Schwarzer Kies“ bzw. „Schwarzer Schuttboden“. Vom Anfangsbuchstaben dieses Namens sind die Begriffe K1, K2 und K2 abgeleitet, die vom indischen Amt für Topographie verwendet wurden, um eine recht beträchtliche Anzahl von Gipfeln ohne Lokalnamen zu bezeichnen.
Seine Form erinnert an das Matterhorn – doch nicht weniger als 41 Matterhörner würden in den K2 hineinpassen. Es ist der am schwierigsten zu besteigende 8000er der Welt, von allen Seiten her schwer zugänglich und ans Ende der Welt verbannt. Im Vergleich dazu mutet der Aufstieg auf den Mount Everest als „Spaziergang“ an.
Nur wenigen Menschen war es bislang vergönnt, mit Hilfe materialintensiver Expeditionen auf den 8611 Meter hohen K2 zu gelangen, ehe es Reinhold Mesner 1979 mit einer Handvoll ausgewählter Teilnehmer ein kühnes Experiment wagte: Über die schwierigste Route, die von ihm ausgedachte „Magic Line“, wollte er den K2 im alpinen Stil ohne Sauerstoffhilfe erobern. Am Schluss zählte nur noch der Gipfelerfolg, der ihm mit dem Peitinger Michl Dacher am 12. Juli gelang...