Shisha Pangma
Der Shisha Pangma (chinesisch: Xixabangma, früher auch als Gosainthan) ist mit 8027 m der niedrigste der Achttausender und gleichzeitig der vierzehnthöchste Berg der Erde. Die Erstbesteigung erfolgte am 2. Mai 1964 durch eine chinesische Expedition. Entdeckt wurde der Berg durch die Österreicher Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter auf ihrer Flucht von Indien nach Lhasa 1945/46, die die Shishapangma-Gruppe oberflächlich von Norden her skizierten.
Der tibetische Name Shisha Pangma bedeutet „der Bereich oberhalb der grasbewachsenen Ebene“ und beschreibt genau die Ansicht, die sich dem Betrachter bei der Anfahrt aus dem Norden bietet. Er liegt im Langtang-Himal (Himalaya) 30 km nördlich der chinesisch-nepalesischen Grenze und ist somit der einzige Achttausender, der nach der Besetzung Tibets durch China komplett auf chinesischem Territorium liegt. Ursprünglich wurde für den Shisha Pangma der indische Name (Sanskrit) Gosainthan verwendet, der so viel bedeutet wie „Platz der Heiligen“.
Unter den Achttausendern gilt der Shisha Pangma als relativ einfach zu besteigen. Bei Besteigungen über den Normalweg auf der Nordseite erreicht man zunächst den Mittelgipfel, der weitere Weg führt zwar ohne nennenswerten Anstieg jedoch über einen sehr ausgesetzten Grat zum Hauptgipfel. Ähnlich wie der Broad Peak gilt der Shishapangma nur dann als bestiegen, wenn auch diese letzte Traverse überschritten wurde, auch wenn man bereits mit dem Mittelgipfel einen Gipfel über 8000 m erreicht hatte. Für ausländische Bergsteiger wurde der Shishapangma erst 1978 geöffnet. Nach Michl Dachers K2-Erfolg erhielt er noch 1979 eine Einladung zur Besteigung und realisierte dies bereits ein Jahr später.