Kangchendzönga (Kantsch)
Der Kangchendzönga (tibetisch transliteriert: Gangs chen mDsod lnga; englische Bezeichnung: Kangchenjunga) ist mit 8586 m der dritthöchste Berg der Erde. Der Name Kangchendzönga stammt aus dem Tibetischen und besteht aus den vier Worten Kang (Schnee) Chen (groß) Dzö (Schatzkammer, Speicher) Nga (fünf), bedeutet also soviel wie „Fünf Schatzkammern des großen Schnees“. Damit sind wahrscheinlich die fünf Hauptgipfel des Berges gemeint; G. O. Dyhrenfurth vermutet jedoch, dass der Berg nach seinen fünf Hauptgletscher benannt wurde. Er liegt zwischen Nepal und dem indischen Bundesstaat Sikkim und ist mithin der am östlichsten gelegene Achttausender. Bis 1852 glaubte man, dass der Kangchendzönga der höchste Berg der Erde sei. Erst die Berechnungen der trigonometrischen Vermessung Indiens durch die Briten 1849 bewiesen, dass Mount Everest und K2 noch höher sind und der Kangchendzönga damit der dritthöchste Berg der Erde ist.
Die Briten ehrten den Glauben der Bewohner Sikkims, die den Gipfel als heiligen Berg verehren, indem sie einige Schritte vor dem eigentlichen Gipfel Halt machten. Viele erfolgreiche Besteigungen hielten sich seither an diese Tradition. Bergsteigerische Schwierigkeiten bieten die letzten Höhenmeter nicht mehr. Seit dem Beitritt des ehemaligen Königreichs Sikkim zur Indischen Union im Jahr 1975 ist der Kantsch, wie er im Bergsteigerjargon oft genannt wird, der höchste Berg Indiens.
Besteigungsgeschichte
Am 25. Mai 1955 gelang George Band und Joe Brown, Mitglieder einer britischen Expedition unter der Leitung von Charles Evans, die Erstbesteigung des Hauptgipfels. 10 Tage nach der Erstbesteigung des Makalu war dies die siebte Erstbesteigung eines Achttausenders. Nur einen Tag später standen mit Norman D. Hardie und Antony H. R. Streather zwei weitere Expeditionsmitglieder auf dem Gipfel.
1975 dann eine deutsch-österreichischen Expedition mit Michl Dacher unter Leitung von Günter Sturm. Am 9. Mai gelang die 2. Besteigung des Yalung Kang (Westgipfel, 8505 m) über die Südwestflanke durch Michel Dacher, Erich Lackner und Rolf Walter mit künstl. Sauerstoff. Am 12. Mai folgen Gerd Bauer, Peter Vofler und Helmut Wagner, am 13. Mai Sepp Mayerl, Günter Sturm und Fritz Zintl.