Nanga Parbat
Der Nanga Parbat (Urdu: نانگا پربت) bedeutet auf Sanskrit soviel wie Nackter Berg, wird aber auch gerne als Diamir (‚König der Berge‘) bezeichnet. Er liegt in den Northern Areas, dem pakistanischen Teil der umstrittenen Region Kashmir. Mit 8125 Metern Höhe ist er der neunthöchste Berg der Erde.
Besteigungsgeschichte
Die ersten Europäer, die den Nanga Parbat sahen, waren die Gebrüder Schlagintweit im Jahre 1854. Der Berg ging als „Schicksalsberg der Deutschen“ in die Geschichte ein. Der Nanga Parbat gilt unter Alpinisten als einer der anspruchsvollsten Achttausender und mithin als einer der am schwierigsten zu besteigenden Berge der Erde. Im Gegensatz zum Mount Everest sind selbst auf der konventionellen Normalroute (Kinshofer-Route) extrem lawinen- und steinschlaggefährdete Steilhänge zu durchqueren. Den ersten Besteigungsversuch des Berges unternahm 1895 der damals beste Kletterer Großbritanniens, Albert F. Mummery. Er kam nachweislich bis zu einer Höhe von ca. 6600 Metern und blieb dann verschollen. In den 1930er Jahren versuchte insbesondere der deutsche Bergsteiger Willy Merkl zunächst 1932 in der deutsch-amerikanischen Himalaya-Expedition 1932 (DAH) den Gipfel zu erreichen, scheiterte jedoch. Beim darauf folgenden, großangelegten Besteigungsversuch, der Deutschen Nanga-Parbat-Expedition 1934, bei dem die Teilnehmer Erwin Schneider und Peter Aschenbrenner eine Höhe von 7895 m erreichten, starb der Expeditionsteilnehmer Alfred Drexel beim Aufbau der Lager an einem Lungenödem. Später kamen oben genannter Willy Merkl als damaliger Expeditionsleiter, sowie die weiteren, schon vorher einer breiten Öffentlichkeit bekannten deutschen Bergsteiger Willo Welzenbach und Uli Wieland sowie mehrere einheimische Sherpas am Südostgrat des Berges auf über 7000 m im Schneesturm ums Leben. Daraufhin wurde der Nanga Parbat von den Nationalsozialisten Presse, zum „Schicksalsberg der Deutschen“ ausgerufen. Die Expedition von 1938 erreichte nicht die Höhe von 1934. Im Sommer 1939 erfolgte die vorerst letzte deutsche Expedition.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm 1953 K. M. Herrligkoffer, der Stiefbruder Willy Merkls, die Leitung einer neuen Expedition zum Berg. Nachdem bis dato 31 Menschen ihr Leben am Berg gelassen hatten, gelang am 3. Juli 1953 schließlich dem Tiroler Hermann Buhl bei dieser Expedition in einer herausragenden bergsteigerischen Leistung die Erstbesteigung des Nanga Parbat bei allerdings außergewöhnlich günstigen Witterungsbedingungen. Buhl startete vom letzten Lager auf knapp 6900 Metern Höhe seinen Aufstieg zum Gipfel und erreichte diesen ohne künstliche Sauerstoffzufuhr in einem damals für unmöglich gehaltenen 41-stündigen Alleingang. Seine Besteigung wurde jedoch innerhalb der damaligen Mannschaft und vor allem vom Expeditionsleiter Karl-Maria Herrligkoffer nur widerwillig gewürdigt, da Buhl sich nicht an die Vorgaben der Expeditionsleitung gehalten hatte, sondern im entscheidenden Moment entgegengesetzte Entscheidungen traf, die sich jedoch im Nachhinein als richtig herausstellten. Heutzutage werden Buhls Leistungen als Pioniertaten des Extrembergsteigens angemessen gewürdigt.
1981 nahm Michl Dacher an einer erfolglosen Nanga-Parbat-Expedition teil. 1985 allerdings gelang ihm die Besteigung zusammen mit Peter Habeler!